| An
Stelle einer persönlichen Darstellung setze ich einfach
mal auf die Presse zum Projekt - am Ende der Seite finden sich
noch einige Bilder zum Projekt:
19.06.2004 Frankenpost
Auf 140 Quadratmetern: Ein fröhliches
Abbild Wunsiedels
Um einen ebenso farbenprächtigen wie auch
Lebenslust ausstrahlenden Blickfang ist die Stadt Wunsiedel
reicher: Rainer Warzecha und Annette Hähnlein haben in
400 Arbeitsstunden die 140 Quadratmeter große Fassade
der Drogerie Pester mit einem Bild mit Szenen, die mit Wunsiedel
und der Luisenburg zu tun haben, verziert. Am Freitagnachmittag
wurde das Gerüst abgebaut, jetzt ist der Blick frei auf
das bunte Gemälde.
WUNSIEDEL So mancher Wunsiedler hat in den vergangenen
Tagen für seinen Spaziergang die Route extra so gelegt,
dass er durch die Karl-Sand-Straße kommt und schon einmal
einen Blick auf das große Wandbild werfen kann. Und den
meisten hat gefallen, was sie zu sehen bekamen: Die Resonanz
war überwältigend, sagt der in Wunsiedel geborene
und in Berlin lebende Künstler Rainer Warzecha über
die Kommentare, die Passanten abgaben während er
und Annette Hähnlein über der Arbeit waren.
Zu sehen gibt es auf dem riesigen Wandbild auch einiges: Auf
dem oberen Teil der Fassade sind drei berühmte Persönlichkeiten
der Vergangenheit verewigt: der Dichterfürst Goethe, Königin
Luise und als bedeutender Sohn der Stadt Wunsiedel
Jean Paul. Unter ihnen geht der Vorhang auf und ermöglicht
einen Blick auf das Wunsiedel der Gegenwart: Umrahmt
vom Brunnen am Gabelmannsplatz, dem Kopetentor, dem Rathaus,
der Stadtkirche und dem Felsenlabyrinth tummelt sich eine fröhliche
und feiernde Menge Bürger mit einigen Bierkrügen und
Transparenten mit Aufschriten wie Mehr Kultur, mehr Sonne.
Wer genau hinblickt, wird auf so manches Gesicht von Personen
stoßen, die in Wunsiedel eine besondere Rolle spielen
oder einfach zum Stadtbild gehören. In der Menschenmenge
lässt sich zum Beispiel Bürgermeister Karl-Willi Beck
ebenso wie Kneipier und Kunsterzieher German Schlaug oder der
häufig mit seinem Fahrrad in den Straßen der Festspielstadt
gesichtete Dieter Grimm finden. Hinter dem Bürgermeister
haben sich die Künstler verewigt: Annette Hähnlein,
Rainer Warzecha und Corinna Peuker, sie hatte mit Kreide
den Entwurf des Bildes auf die Wand übertragen.
Die Geschichte der jetzt fertig gestellten Wandbemalung begann
im Jahr 2003. Damals hatte Warzecha für die Stadt Wunsiedel
ein Kulturaktionskonzept erstellt und unter anderem als erste
Maßnahme die Gestaltung der Pester-Wand vorgeschlagen.
Ich habe die Idee des Wandbilds nach Wunsiedel gebracht,
sagt er. Er hatte einen ersten Entwurf vorgelegt, der sich hauptsächlich
mit der Luisenburg befasste. Um noch mehr Entwürfe zu bekommen,
habe er Annette Hähnlein aus Bibersbach eingeschaltet.
So standen schließlich das Motiv rund um die Luisenburg
und Hähnleins Motiv, das sich stärker um die Stadt
drehte, zur Auswahl. Die Entscheidung fiel auf Hähnleins
Entwurf, den beide Künstler vor der Umsetzung aber noch
einmal gemeinsam überarbeiteten, wie Warzecha berichtet.
Als es nach all den Vorarbeiten ans Werk ging, übertrug
Corinna Peuker mit Kreide das Bild vom Plan auf die Wand, ehe
Warzecha und Hähnlein für die farbige Gestaltung sorgten.
Wer meint, das Bild sei gepinselt, der täuscht sich: Mit
einer Spritzpistole mit Drucklufttechnik haben die beiden Künstler
in weiten Bereichen die Farben aufgetragen; bei den Konturen
kamen dann die Pinsel zum Einsatz. Verwendet wurde keine übliche
Dispersionsfarbe, sondern ein, so Warzecha, Silikatfarbensystem.
Der Vorteil dieser Farben liegt in der Witterungsbeständigikeit.
Das verblasst nicht, sagt der Künstler, der
in Berlin bereits zehn Wandbilder verwirklicht hat.
Dass die Idee vom 140 Quadratmeter großen Wandbild überhaupt
verwirklicht werden konnte, lag auch an der Spendenbereitschaft
Wunsiedler Firmen und Einwohner: Ein Spendenaufruf der Stadt
die 2000 Euro zu dem 10 000 Euro-Projekt beisteuerte
stieß auf offene Ohren. Die Sparkasse Fichtelgebirge,
die Drogerie Pester, die Firma Dannhorn, die Firma Fatex und
der Farbenhersteller Keim waren die Hauptsponsoren.(...)
Artikel von THOMAS SCHARNAGL
21.06. Frankenpost:
Wandbild offiziell der Öffentlichkeit
präsentiert -
Stadt weiter verschönern
WUNSIEDEL Ich bin sehr froh darüber,
das Wandbild der Öffentlichkeit beim Brunnenfest präsentieren
und übergeben zu können, sagte Bürgermeister
Karl-Willi Beck am Samstag vor dem Pesterhaus, auf
dem seit Freitag ein farbenfrohes 140 Quadratmeter großes
Gemälde zu sehen ist. Etwa 60 Brunnenfestbesucher freuten
sich zusammen mit den Künstlern Rainer Warzecha und Annette
Hähnlein über die neue, nicht mehr nackte
Pesterfassade.
Annette Hähnlein meinte, dass sich das Endprodukt sehen
lassen könne. Rainer Warzecha und sie hätten versucht,
in der Idee Wunsiedel und die Luisenburg zusammen zu bringen.
Aus diesem Grund sei um das Zentrum herum der Weg durch die
Luisenburg dargestellt worden. Im Inneren befänden sich
Personen, die mit der Stadt Wunsiedel in Verbindung stehen.
Hinter diesem Gedanke stecke die Idee, so die Bibersbacherin,
dass man im Vorbeigehen überlegen könne, ob man die
eine oder andere Person nun kenne oder nicht. Über dem
Ganzen throne der Dichterfürst Goethe zusammen mit Königin
Luise und Jean Paul.
Der Bürgermeister zeigte sich von der Kombination
aus der Symbolik der Stadt Wunsiedel und der Luisenburg
beeindruckt. Er habe das Vorhaben von vorneherein unterstützt.
Der Nebel, der über dem Bild lag, hat sich Tag für
Tag gelichtet, beschrieb Beck die Arbeit der beiden Künstler,
die vom 25. Mai bis zum 18. Juni der Wand ein neues Aussehen
verpassten. Beck sicherte Projekten zum Thema Kunst im
öffentlichen Raum seine volle Unterstützung
zu. Er sehe in dieser Nische eine Möglichkeit, die Stadt
noch attraktiver zu gestalten und zu verschönern. (...)
Text: ALEXANDER WURST
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